Gestern verschickte Claudia Langer, Gründerin des Nachhaltigkeits-Portals Utopia, einen Sonder-Newsletter. Darin informiert sie über ihr Buch "Die Generation Man müsste mal", eine Streitschrift, die Ende des Monats bei Droemer erscheint. Ein Interview zu ihrer Motivation für dieses Buch findet sich unter diesem Link.

Genau ein Jahr ist es her, seit hier zuletzt ein neuer Beitrag erschien. Gründe für die lange Pause gibt es genug, vor allem aber war es das erschreckend geringe Interesse, das diese Plattform wecken konnte. In meinem letzten Blogeintrag mit der Überschrift 100 Tage GlobalUturn schrieb ich, dass die Besucherzahlen auf einem bedauerlich niedrigen Niveau stagnieren würden. Das war recht diplomatisch ausgedrückt.

Fragen Sie sich auch manchmal, wie das eigentlich funktionieren soll? Ein Planet mit begrenzten Ressourcen, wachsender Bevölkerung, stetig schwindender Gesamtfläche fruchtbaren Ackerbodens und einem System, das auf die meisten Probleme nur eine Antwort kennt: Wirtschaftswachstum. Hunger und Armut in der Dritten Welt, Arbeitslosigkeit in den Industrieländern oder die Finanzkrise – stets heißt es, dass mehr Wachstum die Lösung bringen wird. Klingt das nicht unlogisch, ein wenig nach Märchen? Allen geht es gut, solange ständig mehr produziert und konsumiert wird – ist das nicht ebenso unmöglich wie das Perpetuum Mobile?

Es wird ja viel geschimpft und gemeckert über „die da oben“, und leider gibt die gegenwärtige Regierung mit ihrer dreisten Klientel- und Lobbypolitik reichlich Anlass dazu. Offenbar sind in Berlin die Banken, Energieerzeuger, Hotelbesitzer und Pharmakonzerne deutlich wichtiger als beispielsweise allein erziehende Hartz-IV-Empfängerinnen, denen wegen angeblicher Sparzwänge das Elterngeld gestrichen wird. Eine komplette Liste aller sozialen Grausamkeiten und ökologisch unsinnigen Entscheidungen der letzten Monate würde sehr lang ausfallen, aber was ist eigentlich mit „uns hier unten“? Verhalten wir uns komplett anders als die geschmähten Politiker und Wirtschaftbosse?

Wohl selten hat es eine Bundesregierung geschafft, das deutsche Volk derartig gegen sich aufzubringen, wie es jetzt die schwarzgelbe Koalition mit der unsinnigen Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke tut. Die Empörung zieht sich durch sämtliche Gesellschaftsschichten und Altersgruppen, harsche Kritik kommt aus allen Parteien, und wer nicht entrüstet ist, schüttelt zumindest den Kopf über so viel Instinktlosigkeit und dreiste Klientelpolitik.

Ein Gastbeitrag von AnnaSilvana

Die Zeiten, in denen die Küchenabfälle dem hofeigenen Hausschwein überlassen wurden, sind selbstverständlich vorbei. Das ist auch gar nicht weiter schlimm, wenn man an ganz normalen Hausmüll denkt. Allerdings: ein kleiner Denkanstoß für alle „Über-den-Tellerrand-Gucker“: Wie genau wird „Abfall“ heutzutage definiert? Wo ist die Grenze zwischen Lebensmittel und Biomüll?

Nachdem die Medien in der letzten Zeit intensiv über die Praktiken des Textil-Discounters berichteten, der seine Zentrale hier in Dortmund hat, gelobte das Unternehmen kürzlich Besserung. Besonders eine Dokumentation des Norddeutschen Rundfunks, die noch in der ARD-Mediathek abrufbar ist, löste bundesweit große Entrüstung und eine Vielzahl von Boykottaufrufen aus.

Fleisch ist ein Stück Lebenskraft – mit diesem Satz warb die deutsche Agrar-Marketinggesellschaft CMA im Jahre 1967 für den Fleischverzehr. Gut, die CMA behauptete auch, dass Milch müde Männer munter machen würde, was unbewiesen blieb. Aber Slogans wie „Isst Du kein Fleisch, dann fehlt Dir was" (1990), "Ewig lockt das Fleisch" (1991), „Fleisch, ja klar!" (2002) und "Schweinefleisch: Macht Lust und Laune" (2004) richteten sich an eine große Zielgruppe. 94 Prozent aller Deutschen essen Fleisch.

Haben auch Sie oft ein ungutes Gefühl, wenn Sie das Kleingedruckte auf einer Shampooflasche oder Ihrer bevorzugten Bodylotion lesen? Wer weiß schon, was sich hinter Begriffen wie Ethylhexylglycerin, Hydroxypropyltrimonium Chloride, Phenoxyethanol oder Sodium Polyacrylate verbirgt? Manchmal kann man all die seltsamen Namen ohne Lupe kaum lesen, und meist erinnern sie unangenehm an den Chemieunterricht während der Schulzeit. Außerdem sind fast alle Angaben in Englisch oder Latein, was das Verstehen nicht leichter macht.

Seit dem Regierungswechsel vom vergangenen Herbst wird wieder viel über Kernkraft diskutiert. Leider geschieht dies aus unerfreulichen Gründen, denn der vor neun Jahren beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie ist hinfällig. Stattdessen will die schwarzgelbe Koalition die Laufzeiten auch für störanfällige und veraltete Kernkraftwerke verlängern. Dabei ignoriert unsere Regierung konsequent wissenschaftliche Bedenken, bekannte Risiken und die Meinung der Bevölkerung, die sich größtenteils gegen Kernenergie ausspricht.