Die Idee

Zwischen Wut und Resignation
Der Impuls für den Aufbau von GlobalUturn entstand aus den Erfahrungen langjähriger Arbeit in der Entwicklungshilfe und einer Vielzahl von Gesprächen, in denen es um die ungelösten Probleme auf unserem Planeten ging. In diesen Gesprächen zeigte sich, dass vielfach eine Mischung aus Wut, Verzweiflung und Ohnmacht vorherrscht. Man ist informiert und weiß im Grunde recht gut, was auf diesem Planeten alles schief läuft, aber es geschieht viel zu wenig oder sogar das Falsche. Als vorherrschende Reaktion regt man sich auf, schimpft auf Politiker und Wirtschaftsbosse, und macht dann meist so weiter wie bisher. Bis zum nächsten Umweltskandal, der nächsten Hungersnot oder Dürrekatastrophe, bis zur nächsten Hiobsbotschaft.

Verdrängen hilft nicht
Wenn Sie nicht zu den Leuten gehören, die besonders gut verdrängen können, oder seit Jahren ohne Zeitung, Radio, Fernsehen und Internet in der Abgeschiedenheit kanadischer Wälder leben, dürften Sie mit dem Gefühl von Ratlosigkeit vertraut sein, das viele Menschen angesichts der sich türmenden globalen Probleme befällt. Man muss kein Wissenschaftler sein, um zu begreifen, dass auf diesem Planeten zur Lösung der wichtigsten Probleme viel zu wenig geschieht. Lässt sich der Lauf der Welt denn trotz der allgemeinen Passivität und Trägheit ändern?

Darauf gibt es keine einfache Antwort. Insbesondere deswegen nicht, weil Klimawandel, Umweltzerstörung und schwindende Ressourcen mit Migration, Armut, Hunger und Bevölkerungsexplosion in der Dritten Welt, aber auch mit dem scheinbaren Zwang zu ständigem Wirtschaftswachstum zusammenhängen. Wie soll man ein derartiges Knäuel entwirren? Ist es denn ein Wunder, dass Menschen sich ohnmächtig fühlen und resignieren, dass sie am liebsten gar nicht mehr von diesen Themen hören möchten? Wohl kaum.

Nicht aufgeben
Und genau da setzt GlobalUturn an. Vorweg ein Bekenntnis: Wir wissen nicht im Detail, was geschehen muss, um all diese Probleme in den Griff zu bekommen. Aber wir sind sicher, dass es sinnvolle Lösungen gibt und man diese mit gutem Willen auch erfolgreich umsetzen kann. Falls es gelingt in den kommenden Jahren möglichst viele Menschen zu mobilisieren, stehen die Chancen sogar noch recht gut.

Egal ob Klima- oder Umweltschutz, Menschenrechte, Hunger und Armut – überall in der Welt machen Menschen sich Gedanken, arbeiten an Lösungen, treiben den Wandel zum Besseren voran. Sie tun dies allein, in Gruppen oder als Teil großer Organisationen, in einem einzelnen Fachgebiet oder themenübergreifend. Manchmal wissen sie voneinander, sie kooperieren oder konkurrieren miteinander, jedoch besteht oftmals zwischen ihnen keine Verbindung. Und genau das gilt es zu ändern.

Anstatt mit vielen Töpfen auf etlichen kleinen Feuerstellen zu kochen, sollten die Energien gebündelt werden, damit ein großer Dampfkessel den nötigen Druck für den dringend notwendigen Wandel erzeugen kann. So wie in Asien oder Afrika oftmals ein ganzes Dorf gemeinsam das Netz an den Strand zieht, das die Fischer Stunden vorher mit hölzernen Booten ausgebracht haben, gilt es nun auch global an einem Strang zu ziehen und Hand in Hand zu arbeiten.

Die Magie der Gemeinschaft
Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile, so lautet eine etwas abgedroschene Weisheit. Trotzdem stimmt sie, was jeder bestätigen kann, der Erfahrung mit Mannschaftssport hat, mal in einer Band musiziert, im Chor gesungen oder in einem Team gearbeitet hat. Wäre es nicht absolut fantastisch, wenn man all die klugen Köpfe und unzähligen Menschen guten Willens zusammenbringen könnte, damit sie optimale Lösungen für die globalen Probleme finden?

Bis vor einiger Zeit wäre dieser Ansatz ins Leere gegangen, aber das Internet bietet die Basis für die Umsetzung solch einer Utopie. Wenn man bedenkt, wozu wir Menschen fähig sind, wenn wir zusammenarbeiten, scheint die Idee nicht mehr utopisch. Nimmt man als Beispiele das Online-Lexikon Wikipedia, dann erscheint die Aufgabe nicht mehr unlösbar. Überall in der Welt tragen engagierte Menschen Informationen zusammen, prüfen und aktualisieren die Fakten ständig, und schaffen damit das umfangreichste Lexikon aller Zeiten, und es ist im Internet für jedermann kostenlos nutzbar. Vor ein paar Jahren völlig utopisch, heute eine vertraute Realität. Wir nutzen für diese Plattform z.B. Drupal, eins der vielen Open-Source-Programme, an deren Programmierung oftmals Tausende unentgeltlich mitarbeiten, und es gäbe noch viele Beispiele für ähnlich produktive Netzwerke.

Keimzelle einer Bewegung
Nun will GlobalUturn sich keinesfalls mit Wikipedia vergleichen. Aber wir glauben daran, dass es möglich sein muss, eine ähnlich breite und intensiv vernetzte Bewegung zu initiieren. Schließlich geht es um unsere Zukunft, um die Bewohnbarkeit dieses Planeten, um Themen wie die Überwindung von Hunger und Armut in der Dritten Welt. Die Internet-Plattform von GlobalUturn, so wenig perfekt sie ist, möchte deshalb jeden einladen, sich an der vielleicht größten Aufgabe der Menschheit zu beteiligen. Die Plattform ist nur ein bescheidener Anfang und wird, falls unsere Idee gut aufgenommen wird, sicher bald erweitert und verbessert. Wenn möglichst viele Menschen mitmachen, müsste es doch gelingen, den nötigen Bewusstseinswandel anzustoßen und Lösungen für die globalen Probleme zu finden. Solange wir noch Zeit haben.

Darauf hoffen wir, dafür engagieren wir uns gemeinsam, deshalb laden wir jeden zum Mitmachen ein. Für den notwendigen Wandel, für ein neues Bewusstsein der Verbundenheit und gemeinsamen Verantwortung, für eine gemeinsame Lobby der Völker.

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3. April 2010 - 0:16