So werden Sie Klimaschützer, sparen viel Geld und haben ein gutes Gewissen:

Es gibt eine Vielzahl von sinnvollen Tipps zum Thema Klima- und Umweltschutz, die sich grob in die drei Bereiche Energie, Mobilität und Konsum einteilen lassen. Jede Einzelmaßnahme bringt Vorteile – wer mehrere kombiniert, bewirkt natürlich auch mehr. Schauen Sie bitte auch auf die Seite Praktische Links, dort finden Sie weitere nützliche Anregungen.

Energie

  • Wechseln Sie zu Ökostrom von einem unabhängigen Anbieter. Das ist heute einfach und ohne Risiko möglich, es bringt enorm viel für das Klima. Ein durchschnittlicher 2-Personen-Haushalt spart dadurch pro Jahr rund eine Tonne CO2 ein. Ökostrom ist oftmals nicht teurer als normaler Strom, machen Sie einen Tarifvergleich online, z.B. mit dem Tarifrechner von Verivox.

  • Drehen Sie die Heizung runter, 20 Grad sind warm genug. Mit jedem Grad Absenkung der Raumtemperatur sinken die CO2-Emissionen eines 4-Personen-Haushalts um rund 350 Kilogramm pro Jahr. Eine Nachtabsenkung auf 15-16 Grad in allen Zimmern spart zusätzlich 300 Kilogramm CO2. Montieren Sie für Ihre Dusche einen Wassersparkopf, das spart große Mengen Wasser und Energie.

  • Optimale Wärmedämmung spart bis zu 50% an Heizkosten und CO2. Lassen Sie sich als Hausbesitzer die Kosten einer optimierten Wärmedämmung ausrechnen. Sprechen Sie als Mieter den Eigentümer auf Förderprogramme für optimierte Wärmedämmung an. Kurz und kräftig bei voll geöffneten Fenstern lüften, Fenster im Winter nicht ständig gekippt lassen.

  • Wäsche bei niedriger Temperatur und voller Maschine waschen. Moderne Waschmittel kommen ohne Vorwäsche aus, auch bei 40 bis maximal 60 Grad wird Ihre Kleidung perfekt sauber. Anschließend nicht in den Wäschetrockner, sondern auf die Leine hängen. Einsparpotenzial: etwa 300 Kilogramm CO2 pro Person und Jahr. Sie können außerdem viel Geld sparen, denn Wäschetrockner sind Energiefresser.

  • Tauschen Sie alte Glühbirnen gegen moderne Energiesparlampen aus. Jede 60-Watt-Birne weniger, die durch eine gleich helle 11-Watt-Sparlampe ersetzt wurde, spart pro Jahr 20 Kilo CO2. Würde bundesweit jeder Haushalt drei normale Glühbirnen gegen Energiesparlampen auswechseln, könnten dafür mehrere Kohlekraftwerk abgeschaltet werden.

  • Schmeißen Sie alte Energiefresser raus (z.B. Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Geschirrspüler) und achten Sie bei Neuanschaffungen auf die Energieeffizienz der Geräte. Das billigste, aber wenig effiziente Gerät ist oft auf Dauer erheblich teurer als ein Gerät mit höherer Effizienzklasse. Einsparungen bis 50 Prozent sind möglich.

  • Drehen Sie allen unbenutzten elektrischen Geräten den Strom ab. Standby ist praktisch und bequem, aber die schlummernden Anlagen verbrauchen auch im Standby-Modus viel Energie. Fernseher, Computer und Trafos für Geräte, die nicht abschaltbar sind, sollten zumindest nachts vom Netz genommen werden. Jeder Baumarkt verkauft preiswerte abschaltbare Steckerleisten. Wenn die Steckerleiste im Zimmer auf dem Fußboden liegt, können Sie den Schalter sogar mit dem großen Zeh bedienen. Bücken entfällt, Einsparungen pro Haushalt von 300 Kilogramm CO2 sind möglich!

Mobilität

  • Fahren Sie weniger mit dem Auto. Nutzen Sie auf dem Weg zur Arbeit oder bei Besorgungen das Fahrrad oder Busse und Bahnen. Wer pro Tag 20 Kilometer fährt, spart bei einem angenommenen Spritverbrauch von 8 Liter/100 km rund 650 Kilogramm CO2 im Jahr. Außerdem ist Radfahren gesund und steigert die Fitness. Ansonsten sollten Sie Fahrgemeinschaften mit Kollegen bilden, das schont Ihren Geldbeutel und die Umwelt. Gemeinsame Fahrten sind entspannter und stärken den Zusammenhalt unter Kollegen.

  • Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, können Sie mit einer ökologischen Fahrweise (z.B. früh in den nächsthöheren Gang schalten) das Klima entlasten und Geld sparen. Optimaler Reifendruck reduziert den Kraftstoffverbrauch um etwa 5%. Vermeiden Sie unnötigen Ballast im Wagen, montieren Sie den Dachgepäckträger nur, wenn er auch gebraucht wird. Schalten Sie bei Ampelstopps oder im Stau den Motor aus. Wer länger als 15 Sekunden mit abgeschaltetem Motor steht, spart bereits die Energie für den Neustart ein.

  • Vermeiden Sie Flugreisen, fahren Sie mit dem Zug in die Ferien. Ein Hin- und Rückflug Hamburg-München verursacht 340 Kilogramm CO2. Die Bahnfahrt dauert zwar etwas länger (bitte Check-In und Flughafen-Transfers mit einrechnen), ist aber viel umweltfreundlicher.

  • Ein Flug beispielsweise an die Ostküste der USA belastet das Klima mit 6,5 Tonnen CO2 und damit ähnlich wie 40.000 Kilometer Autofahren. Wenn Sie dennoch fliegen müssen oder wollen, können Sie Ihren CO2-Ausstoß z.B. durch Projekte zur Aufforstung kompensieren lassen, z.B. bei www.atmosfair.de

Konsum

  • Es mag seltsam klingen, aber am besten sorgen Sie für Klima und Umwelt, wenn Sie ganz einfach weniger konsumieren. Weniger ist also mehr, wieder einmal. Kleidung und Schuhe müssen vielleicht nicht unbedingt im gleichen Tempo entsorgt werden, wie die jeweils aktuelle Mode wechselt. Der Computer mit dem langsameren Prozessor und der kleineren Festplatte hat bis vor kurzem noch wunderbar funktioniert – warum soll er nun auf den Schrott wandern? Viele Komponenten eines PCs lassen sich aufrüsten, so dass Gehäuse und intakte Laufwerke, Lüfter, Netzteile etc. weiter benutzt werden können. Konsum ist nicht falsch, aber die Wegwerfmentalität ist sehr schädlich für unseren Planeten.

  • Reduzieren Sie den Fleischanteil Ihrer Ernährung. Der Durchschnittsdeutsche verzehrt pro Jahr 60 Kilo Fleisch, das Dreifache der ärztlich empfohlenen Menge von 50 Gramm pro Tag. Wer sich ausgewogen und fleischreduziert ernährt (oder sogar Vegetarier wird) erspart dem Weltklima jedes Jahr rund 400 Kilogramm CO2.

  • Vermeiden Sie Produkte, die von weit her transportiert werden. Warum in Hamburg die Milch aus dem Voralpenland trinken? Kaufen Sie Nahrungsmittel aus Ihrer Region, am besten biologisch erzeugte und während sie in Saison sind. Beim Bioanbau wird nur etwa die Hälfte an Energie benötigt. Lange Transportwege verursachen überflüssige Emissionen. Ein Pfund Spargel aus Chile verursacht durch den Transport fast 9 Kilogramm CO2-Ausstoß, regional und zur Spargelzeit gestochene Stangen nur 300 Gramm.

Es gibt sicher noch viele andere Tipps für einen klima- und umweltfreundlichen Lebensstil, die sie zum Teil auch auf den Seiten anderer Organisationen finden. Bitte schicken Sie uns eine Mail oder kommentieren Sie diesen Beitrag, wenn Ihrer Meinung nach hier etwas Grundlegendes fehlt. Besuchen Sie auch die Seite Praktische Links.

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25. Juni 2010 - 11:03

Kommentare

Bild von AnnA
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1 Jahr 8 Wochen

Danke für die „Prakischen Links“; speziell für Biom@il, das mir bislang nicht bekannt war. Mal schauen, ob es Mac-kompatibel ist…

Herzliche Grüße,
Anna

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Ja, ist es.